Welche Dekarbonisierungsziele hat 50Hertz?
Auf Gruppenebene wollen wir die absoluten Scope 1 und -2 CO2-Emissionen bis 2030 um 28% reduzieren im Vergleich zum Basisjahr 2019. Dieses Ziel folgt einem 'deutlich unter 2°-Pfad' und wurde von der Science-Based Targets Initiative (SBTi) validiert. Auf 50Hertz-Niveau entspricht dies einer Emissionsreduktion um ca. 40% im gleichen Zeitrahmen.
Darüber hinaus streben wir an, bis 2030 in unserem eigenen Geschäft (Scope 1 & 2 ohne Netzverluste) CO2-neutral zu sein nach einer Vermeiden-Reduzieren-Kompensieren-Logik.
Bis 2040 strebt die Elia Group an, für ihre gesamten Scope 1 und -2-Emissionen CO2-neutral zu sein.
Warum hat 50Hertz kein Net Zero-Ziel?
Zum Zeitpunkt der Festlegung unseres ursprünglichen SBTi-Ziels im Jahr 2021 war es nicht möglich, ein Net-Zero-Ziel mit einem 'deutlich unter 2°-Pfad' zu kombinieren (siehe oben). Wir planen, unsere Zielsetzung 2026 zu überprüfen und zu aktualisieren, wobei wir uns wahrscheinlich erneut auf einen mittelfristigen Zeitraum konzentrieren, den wir als wirkungsvoller für das Unternehmen ansehen. Unser langfristiges Ziel bleibt die Klimaneutralität bis 2040.
Warum verpflichten Sie sich nicht zu einer 1,5°-kompatiblen Dekarbonisierungsambition?
Da wir ein standortbasiertes Dekarbonisierungsziel gesetzt haben, sind wir stark von der Entwicklung der Emissionen des Strommixes in unserem Geschäftsgebiet abhängig. Zum Zeitpunkt der Festlegung unseres ursprünglichen SBTi-Ziels im Jahr 2021 wurde ein 'deutlich unter 2°-Pfad' in diesem Zusammenhang als geeigneter angesehen. Wir planen, unsere Zielsetzung im Jahr 2026 zu überprüfen und zu aktualisieren.
Warum setzen Sie ein standortbasiertes statt eines marktbasierten Dekarbonisierungsziels?
Unserer Ansicht nach passt ein standortbasiertes Ziel besser zu unserer gesellschaftlichen Rolle, die Energiewende voranzutreiben und das elektrische System zu dekarbonisieren. Wenn wir damit erfolgreich sind, bedeutet das auch, unsere Unternehmensemissionen zu reduzieren, im Vergleich zum einfachen Kauf von grünem Strom.
Wie planen Sie, die Emissionen aus Netzverlusten zu senken?
Aufgrund des Netzausbaus und komplexerer Stromflüsse in einem System mit höheren Anteilen an dezentraler Stromerzeugung, erwarten wir in den kommenden Jahren einen Anstieg der Netzverluste. Die Verringerung von Verlusten im Systembetrieb würde sich negativ auf die Versorgungssicherheit auswirken. Daher ist es umso wichtiger, den CO2-Fußabdruck der Verluste durch eine Dekarbonisierung des Strommix herbeizuführen.
Wie kann man ein Ziel von 100 % erneuerbaren Energien setzen, wenn man als Netzbetreiber nicht über die Erzeugungsstruktur entscheidet?
Das 100%-Ziel dient in erster Linie als 'Nordstern' und unterstreicht unser Engagement für die Energiewende und unsere treibende Rolle darin. Gerade weil wir dieses Ziel nicht allein erreichen können, sind wir sehr aktiv: Beispielsweise haben wir politischen Akteuren konkrete Vorschläge gemacht, wie der Netzausbau effizienter und die Energiewende erschwinglicher werden können. Wir haben interne Ressourcen für den Anschluss von EE- und Speichersystemen ans Netz stark ausgebaut, und wir arbeiten proaktiv z.B. mit Wirtschaftsförderungen zusammen, um u.a. Rechenzentrumsbetreiber und anderen Großverbraucher in unserem Netzgebiet anzusiedeln. Damit unterstützen wir die lokale Wirtschaft und Gemeinschaft und schaffen größere Nachfrage nach grüner Energie.
Verwendet 50Hertz einen internen CO₂-Preis und wenn ja, wofür?
Wir verwenden einen Schattenpreis von 200 €/t CO2 bei großen Ausschreibungen, um die gesellschaftlichen CO₂-Kosten widerzuspiegeln.
Können Sie (mehr) Informationen zu Ihren Scope 3-Emissionen geben?
Wir verbessern kontinuierlich die Datenqualität für unsere Scope 3-Emissionen und konzentrieren uns dabei auf die beiden Haupthebel: eingekaufte Güter und Dienstleistungen sowie Investitionsgüter. Jährliche Scope 3-Emissionsdaten finden sich in unserem integrierten Geschäftsbericht.
Warum verlässt sich 50Hertz auf CO2-Kompensation, um die Klimaziele zu erreichen? Ist das nicht Greenwashing?
Unsere Dekarbonisierungsstrategie folgt der Logik „Vermeiden, Reduzieren, Kompensieren“. Nur die Emissionen, die (noch) nicht vermieden oder weiter reduziert werden können, werden über hochwertige CO2-Zertifikate ausgeglichen.